7 Tage Premium gratis

Laden
Reiseziele > USA > Roadtrips

Route 66: Nostalgie, Neon & die Mojave Wüste

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026

Die "Mother Road". Knapp 4.000 Kilometer von den Wolkenkratzern Chicagos durch das Herz Amerikas bis zum Santa Monica Pier in Los Angeles. Eine Reise dekonstruiert: Zwischen kitschiger Route-66-Nostalgie, Neonreklame-Motels und der puren Realität von Amerikas abgehängten Wüsten-Dörfern.

CF
Christian Förster
Roadtrip-Veteran & USA-Autor

1. Die gigantische Route (3 Wochen)

Es sind 8 Bundesstaaten. Diese Reise ist ein absolutes Mammut-Projekt und wird stark romantisiert. Die harte Realität: Ihr fahrt zu 50% der Zeit nicht auf der verträumten alten "Route 66", sondern auf gigantischen Schwerlast-Interstates direkt nebendran, weil die alte Straße zerbröselteltes Privatgrundstück ist.

  1. Staaten 1-3 (Illinois, Missouri, Kansas): Start am 'Begin' Schild in Downtown Chicago. Fahrt durch das Mittlere Amerika, Maisfelder und dem Gateway Arch in St. Louis.
  2. Staaten 4-5 (Oklahoma & Texas): Das klassische "Drive-In" Amerika mit riesigen Dinern, der Route 66 Association Hall of Fame, und der skurrilen Cadillac Ranch in Amarillo.
  3. Staat 6 (New Mexico): Ein kultureller Bruch in Albuquerque & Santa Fe. Statt Backstein gibt es Lehmbauten, Chili-Schoten und indianische Pueblo-Kultur.
  4. Staat 7 (Arizona): Der Höhepunkt an Nostalgie. Vollständig erhaltene Route 66 Teilstücke (Oatman Highway), Burros (Wilde Esel) auf der Straße und der Abstecher zum Grand Canyon.
  5. Staat 8 (Kalifornien): Die erbarmungslose Mojave Wüste und das finale "End of the Trail" Schild an der Uferpromenade in Santa Monica.

Die "Einweg-Miete" Falle

Das größte finanzielle Risiko der Route 66 ist die One-Way-Fee / Drop-Off Fee der Mietwagenfirma. Wer in Chicago einsteigt und in L.A. abgibt, zahlt oft pauschal $500–$1000 Dollar Strafgebühr an den Vermieter (Alamo, Hertz), weil das Auto aus dem Bundesstaat "entfernt" wurde. Filtert bei CHECK24 zwingend die Anbieter, die "Ohne Einweggebühr" anbieten oder checkt im Kleingedruckten die Höhe der Kosten!

Einweg-Mieten ab Chicago (ORD) durchrechnen

2. Chicago, Diners & Cadillac Ranch

Die ersten Tage sind geprägt vom klassischen "Verlassenen Amerika". Eure Navigations-App wird euch immer wieder fast zwingen, auf die sterile Autobahn (I-55) auszuweichen. Fahrt beharrlich parallel auf den Resten der R-66.

  • Pontiac (Illinois): Ein wunderschöner Route 66 Mural-Spot mit dem exzellenten Route 66 Museum. Guter Stop nach der lauten Abfahrt in Chicago.
  • Munger Moss Motel (Lebanon, MO): Übernachtet in einem Original 1940er Motel mit gigantischer, knarzender Neonschriftraft.
  • Cadillac Ranch (Amarillo, TX): Nahezu surreale Kunst inmitten platter texanischer Felder: 10 halbvergrabene alte Cadillacs im Dreck. Bringt eine Spraydose mit! Ihr dürft (und solltet) legal die Autos übersprühen.

3. Roter Sand: New Mexico & Arizona

Hier beginnt das Landschaftsbild, welches sich Europäer beim Begriff "Route 66" wirklich vorstellen. Staubige Western-Städtchen, rote Felsen, indigene Kultur, Hitze und Hit-And-Miss Motels (teilweise spektakulär retro, teilweise absolute Bruchbuden).

Albuquerque (NM)

Die Central Avenue ist der längste ununterbrochene innerstädtische Strip der alten Route 66. Massiv beleuchtet. Fahrt morgens nach Santa Fe (älteste Hauptstadt der USA).

Kingman nach Oatman (AZ)

Der geilste Abschnitt der gesamten 4000 Kilometer Tour. Eine absolut atemberaubende Serpentinenstraße hoch in die Berge zur Goldgräberstadt Oatman, wo wilde Esel die Straße (legal) blockieren.

4. L.A. und Das Pier

Kalifornien testet euch noch ein letztes Mal mental. Bevor in San Bernardino die massiven Palmen auftauchen, müsst ihr die brutale Mojave-Wüste bei Needles und Barstow durchqueren. Eine Hitze, die vielen Autos zusetzt. Danach endet die Fahrt im grausamsten, 6-spurigen Stau-Inferno von Los Angeles, um endlich in Santa Monica am Ozean das Schild "End of the Trail" zu berühren.

Das Illusion der Route 66

„Romantisiert die Mother Road nicht zu sehr vor Reiseantritt. Fast ein Drittel der verlassenen Motels (oft mit tollen Schildern) werden von extrem armen Anwohnern bewohnt oder sind eingefallen ('Ghost Towns'). Es liegt extrem viel Müll auf dem Standstreifen der Wüstenstrecken, teils seht ihr kaputte Autos oder wilde Hunde."

🇺🇸 Off-Grid & "Avoid Highway" Navigation

Euer größter Feind auf der Route 66 ist Google Maps/Apple Maps. Es will euch zu 100% der Zeit zurück auf den verhassten, sterilen Interstate (I-40) leiten, anstatt auf der ausgebesserten 'Historic Route' zu bleiben. Ihr werdet täglich das Handy zwingen müssen, "ohne Autobahn" zu routen.

Das bedeutet, das Gerät sucht täglich an den einsamen Straßenecken nach Mini-Routenanpassungen. Wenn ihr in Arizona auf dem Highway festsitzt, versagen die deutschen Provider-Roamings kläglich. Holt euch vor Start eine echte USA E-SIM. Die loggt sich nahtlos auf T-Mobile oder AT&T ein, weswegen ihr an jeder Raststätte (Diner) Yelp-Bewertungen live (!) nach potenziellen "Food-Poisoning" Rezensionen der Burger-Shacks scannen könnt.

USA Roadtrip E-SIM installieren
🎁 15% Rabatt mit Promo-Code: neario

🛣️ Route 66 Roadtrip Ausrüstung

Für die Route 66: KFZ-Ladegerät, Offline-Karten und eine gute Kühltasche.

*Affiliate-Links · Deine Kosten ändern sich nicht.

🔒 VPN für die Route 66

Abends im Motel deutsches TV oder Bundesliga? NordVPN entsperrt alle deutschen Streaming-Dienste entlang der gesamten Route.

NordVPN sichern →

Häufige Fragen (FAQ): Route 66 Roadtrip

Wie lange braucht man für die komplette Route 66?

Für die gesamten knapp 4.000 Kilometer (2448 Meilen) von Illinois (Chicago) nach Kalifornien (L.A.) solltet ihr auf gar keinen Fall weniger als drei volle Wochen (21 Tage) einplanen. Wer es in 14 Tagen versucht ('Speedrun'), verbringt pro Tag bis zu 7 Stunden ausschließlich fahrend auf dem lauten Asphalt und verpasst garantiert alle tollen kleinen Diners, Neon-Schilder und Museen am Rand.

Kann man die Route 66 noch komplett durchgehend fahren?

Die Antwort ist: Hartes Nein. Wer das sagt, lügt. Die historische Route 66 wurde stark beschnitten und 1985 komplett aus dem US-Highway-System gestrichen. Weite Teile der alten Originalstrecke wurden durch gigantische, laute Interstates (I-40, I-55) brutal und wörtlich überbaut. Man weicht täglich zwischen zersplitterten Schleichwegen auf der Landstraße ('Historic Route 66') und Autobahnzubringern ab.

Sind die Einwegmieten für den Mietwagen extrem teuer?

Das ist leider die pure Wahrheit. Wer einen Mietwagen im Bundesstaat Illinois bei Alamo, Hertz oder Sixt abholt und ihn ans völlig andere Ende des Landes in Kalifornien abgibt, zahlt oft saftige Einweggebühren ('Drop-off Fees/One Way Fee') von 300 bis oft fast 1000 US-Dollar massiv zusätzlich zur normalen Grundmiete. Ein penibler Kostenvergleich vorab ist essenziell.

Was ist die beste Jahreszeit für die Route 66?

Die klugen Übergangsmonate: Mai/Juni oder September/Oktober. Versucht den hoch aggressiven Sommer (Juli/August) zwingend zu vermeiden: Ihr sitzt oft stundenlang in überhitzen Mietwagen während ihr die heiße Mojave Wüste passiert, wo Autos am Straßenrand wegen Motorschäden liegenbleiben. Zudem platzen die Motels vor US-Sommerferien-Touristen. November und Dezember macht in Chicago und Missouri wenig Spaß (oft extremer Schneefall).

Neu im App Store

neario App – 7 Tage gratis

Route 66 Roadtrip USA 2026: Die legendäre Route von Chicago nach L.A.