Mietwagen in den USA: Der ultimative Guide für Roadtrips & Städte
Freiheit auf vier Rädern – aber richtig versichert und ohne Kostenfallen. Dein Begleiter durch den Versicherungs-Dschungel, Maut-Systeme und Tankregeln.
Warum ein Mietwagen in den USA fast Pflicht ist
Außerhalb weniger Metropolen wie New York City oder San Francisco ist der öffentliche Nahverkehr in den USA oft lückenhaft. Für echte Roadtrips durch Nationalparks, Küstenstraßen wie den Highway 1 oder die Weiten von Texas ist ein Mietwagen unverzichtbar.
Doch das Anmieten funktioniert anders als in Europa. Versicherungsbegriffe wie CDW und LIS sorgen oft für Verwirrung, und Maut-Systeme ändern sich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Dieser Guide bringt Licht ins Dunkel.
1. Versicherung: CDW & LIS verständlich erklärt
In den USA ist der Versicherungsschutz oft nicht standardmäßig im Mietpreis enthalten (anders als in der EU). Als Europäer solltest du diese beiden Versicherungen zwingend buchen:
Collision Damage Waiver / Loss Damage Waiver
Entspricht der Vollkasko-Versicherung. Sie deckt Schäden am eigenen Mietwagen und Diebstahl ab.
Liability Insurance Supplement / Extended Protection
Die erweiterte Haftpflichtversicherung. Die gesetzliche Deckung in den USA ist oft lächerlich niedrig (z.B. $5.000).
Vorsicht am Schalter!
Mietwagenfirmen versuchen oft, vor Ort zusätzliche Versicherungen (Roadside Assistance, Insassenunfallversicherung PAI) zu verkaufen. Wenn du CDW und LIS (über 1 Mio.) hast, bist du in der Regel ausreichend geschützt.
Spar-Tipp: In Städten wie Las Vegas brauchst du oft gar keinen Mietwagen – das spart dir die kompletten Versicherungskosten und teures Parken.
2. Tankregelungen: Voll/Voll vs. Full-size
Voll / Voll (Full-to-Full)
Du übernimmst den Wagen vollgetankt und gibst ihn vollgetankt zurück.
Vorteil: Du zahlst nur den Sprit, den du wirklich verfahren hast, zum normalen Tankstellenpreis.
Fazit: Meist die fairste und günstigste Option.
1. Tankfüllung inklusive (Fuel Purchase Option)
Du kaufst die erste Tankfüllung beim Vermieter und gibst den Wagen so leer wie möglich zurück.
Nachteil: Du schaffst es nie, den Tank auf den letzten Tropfen leer zu fahren. Der Literpreis beim Vermieter ist oft höher als an der Tankstelle.
3. Maut-Systeme & Toll Pass
In vielen US-Staaten (besonders Florida, Nordosten, Kalifornien) sind Autobahnen und Brücken mautpflichtig ("Toll Roads"). Bargeld wird kaum noch akzeptiert.
Toll-by-Plate (Kennzeichen-Erfassung)
Die meisten Mietwagen sind registriert. Du fährst einfach durch die Mautstation (oft "SunPass Only" oder "E-ZPass Only"). Die Mautgebühr wird deiner Kreditkarte belastet. Besonders in Städten wie New York sind die Mautgebühren für Tunnel und Brücken extrem hoch. Auch in San Francisco (Golden Gate Bridge) wird vollautomatisch abgerechnet.
Transponder (EZ-Pass, SunPass)
Manchmal bekommst du einen kleinen Kasten an der Windschutzscheibe. Er muss oft aktiviert ("aufgeklappt" oder Schalter umgelegt) werden, um genutzt zu werden. Wenn du ihn nicht nutzt und bar zahlst (wo möglich), stelle sicher, dass er deaktiviert ist, um Doppelberechnungen zu vermeiden.
4. Mindestalter & Kreditkarten-Pflicht
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Kreditkarte (Credit vs. Debit)
- Echte Kreditkarte empfohlen: Vermieter blocken eine Kaution. Bei "Credit" (Hochprägung) ist das kein Problem.
- Debit Cards problematisch: Viele europäische Debitkarten (auch Visa/Mastercard Debit) werden an US-Mietwagenschaltern abgelehnt, besonders für höherwertige Fahrzeuge.
- PIN: Kenne deine PIN für die Kreditkarte – sie wird manchmal verlangt.
Achtung: Die Debit-Card Falle
Hast du nur eine Debitkarte (z.B. von N26, Revolut oder deiner Hausbank)? Viele US-Vermieter akzeptieren diese NICHT für die Kaution. Besonders am Flughafen Los Angeles (LAX) sind Vermieter streng bei Debitkarten. Ohne "echte" Kreditkarte mit Kreditrahmen stehst du am Schalter und bekommst den Schlüssel nicht – trotz bezahlter Buchung.
Prüfe unbedingt: Hat deine Karte die Aufschrift "Credit"? Falls nein, besorge dir rechtzeitig eine Reise-Kreditkarte.
Mindestalter & Jungfahrer
- Standard: 25 Jahre. Wer jünger ist, zahlt oft eine "Young Driver Fee" (ca. $20–$50 pro Tag!).
- Ab 21 Jahren: Anmietung meist möglich (mit Aufpreis).
- Unter 21: In vielen Staaten (außer z.B. New York & Michigan mit hohen Gebühren) oft gar nicht möglich.
5. Einwegmieten (One-Way Rentals)
Planst du einen Roadtrip von A nach B? Vorsicht: Viele Anbieter verlangen eine **One-Way Fee** (Rückführungsgebühr), die je nach Entfernung $300 bis $1.000 kosten kann!
Ausnahmen & Tricks
- • **Kalifornien:** Innerhalb Kaliforniens entfällt die Gebühr oft.
- • **Florida:** Innerhalb Floridas meist keine Gebühr.
- • **Zwischen Staaten:** Manche Anbieter (oft Alamo oder National) verzichten saisonal auf Gebühren zwischen Nevada (Las Vegas) und Kalifornien (Los Angeles/SF). Prüfe das vor der Buchung genau!
Roadtrip-Hack: Einwegmiete vermeiden
Wer von New York nach Las Vegas fährt, zahlt oft eine hohe "Drop-off Fee".Insider-Hack: Innerhalb Kaliforniens oder zwischen Nevada und Kalifornien entfällt diese Gebühr bei vielen Anbietern (z.B. Alamo) oft komplett. Plane deine Route so, dass die Abgabe im gleichen oder einem Nachbarstaat liegt, um hunderte Dollar zu sparen.
Expert Exkurs: Mietwagen in den USA vs. Roller in Thailand
Viele unserer Leser kennen das entspannte Cruisen mit dem Thailand Roller (50ccm/125ccm). Doch Vorsicht: Die Regeln sind grundverschieden.
🇹🇭 Thailand Roller
- • Führerschein: Oft illegal ohne Klasse A (Motorrad).
- • Versicherung: Meist keine Kasko. Du zahlst Schäden sofort bar.
- • Verkehr: Das "Recht des Stärkeren" gilt.
🇺🇸 USA Mietwagen
- • Führerschein: Klasse B reicht völlig aus.
- • Versicherung: CDW & LIS sind Pflicht. Keine Barzahlungen bei Unfällen.
- • Verkehr: Strikte Regeln (4-Way-Stop!), aber sehr geordnet.
Fazit: Während du in Thailand oft auf dein Glück vertraust, ist der Versicherungsschutz in den USA dein wichtigstes Asset. Spare niemals an der Haftpflicht (LIS)!
Häufige Fragen (FAQ)
Brauche ich einen internationalen Führerschein?
Meistens empfohlen, aber oft nicht kontrolliert. Der deutsche EU-Führerschein (Scheckkarte) wird von fast allen großen Vermietern (Alamo, Hertz, Avis) problemlos akzeptiert. In einigen Bundesstaaten (z.B. Florida) gab es zeitweise Unsicherheiten, faktisch reicht die Plastikkarte meist. Das Auswärtige Amt empfiehlt jedoch die Mitnahme des Internationalen Führerscheins als Zusatzdokument (nur gültig in Verbindung mit dem nationalen Führerschein), um bei Polizeikontrollen auf der sicheren Seite zu sein.
Reicht meine Kreditkarten-Versicherung?
Viele goldene/platin Kreditkarten haben eine "Mietwagen-Vollkasko" inklusive. Prüfe das Kleingedruckte! Oft gilt sie nur, wenn der gesamte Mietpreis mit der Karte gezahlt wurde. Zudem ist die Deckungssumme der Haftpflicht (Liability) oft nicht enthalten. Verlasse dich bei der Haftpflicht (LIS/EP) lieber auf das Paket des Vermieters, außer deine Karte deckt explizit Haftpflichtschäden in den USA in Millionenhöhe ab (selten).
Was ist der Unterschied zwischen "Compact", "Intermediate" und "Fullsize"?
Das sind Fahrzeugklassen. Compact ist Golf-Klasse (für 2 Personen + wenig Gepäck ok). Intermediate/Midsize entspricht einer Limousine (passabel für 2-3 Personen). Fullsize ist eine große Limousine (Chevy Impala etc.). Für Roadtrips mit viel Gepäck empfehlen wir mindestens Intermediate oder einen SUV (Midsize SUV / Standard SUV), da man viel Zeit im Auto verbringt.
Kann ich ohne Kreditkarte mieten?
Schwierig. Die meisten Vermieter verlangen eine echte Kreditkarte (Hochprägung) auf den Namen des Hauptfahrers für die Kaution. Debitkarten werden oft abgelehnt oder erfordern zusätzliche Nachweise (Rückflugticket, Bonitätsprüfung). Bargeld-Kaution ist fast nirgends mehr möglich.
Darf ich mit dem Mietwagen nach Kanada oder Mexiko?
Kanada: Meistens ja, muss aber bei Anmietung angemeldet werden. Mexiko: Meistens nein (Versicherungsschutz erlischt oft an der Grenze). Prüfe unbedingt die Mietbedingungen ("Cross Border Policy").
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